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Pressemitteilung:
Neuss, 25. März 2010
Sondersitzung der SPD-Fraktion zur Schulentwicklung in Neuss
Elternwille umsetzen, dritte Gesamtschule einrichten

Neuss. „In Neuss muss es eine dritte Gesamtschule geben, die CDU darf sich dem Elternwillen nicht länger entgegen stellen“, so der einhellige Tenor in der Sondersitzung der SPD-Fraktion zur weiteren Schulentwicklung in Neuss. Mit Ulrike Hund, Schulrätin des Rhein-Kreises, Hermann Loosen, Vorsitzender des Stadtelternrates sowie Roland Schiefelbein, stellv. Vorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW (GGGNRW), erörterten die Neusser Sozialdemokraten die Konsequenzen aus den aktuellen und in den nächsten Jahren zu erwartenden Schulanmeldungen.

Fraktionsvorsitzender Reiner Breuer und seine Stellvertreterin Gisela Hohlmann, zugleich schulpolitische Sprecherin der SPD, machten anhand der vorliegenden Anmeldezahlen deutlich, dass in Neuss seit Jahren der Elternwille zur Gründung einer dritten Gesamtschule missachtet werde. „Mit geradezu kaltschnäuziger Arroganz“ gehe die CDU mit Elternvertretern um, die sich aktuell für eine Ausweitung des Gesamtschulangebots in Neuss stark machen. Zu Unrecht werde Ihnen Parteinahme vorgehalten, da sie schließlich Sprachrohr der Eltern seien. „Wir werden eine sich abzeichnende Initiative aus überparteilicher Eltern- und Bürgerschaft zur Einrichtung einer dritten Gesamtschule nach Kräften unterstützen und ihr zum Erfolg verhelfen“, fassten Breuer und Hohlmann das Ergebnis der Beratungen der SPD zusammen.

Engagierte Unterstützung sicherte Dr. Fritz Behrens, SPD-Landtagsabgeordneter für Neuss, zu. „Eine neue Landesregierung wird sich nicht gegen den Elternwillen stellen und weitere Gesamtschulen im Ganztagsbetrieb mit gymnasialer Oberstufe genehmigen.“, sagte Behrens mit Blick auf die derzeit restriktive Genehmigungspraxis der Bezirksregierungen in NRW. Behrens kritisierte zugleich die derzeitigen Schulformprognosen an den Grundschulen, die für ihn viel zu früh kämen und durch welche die Chancen vieler Kinder zerstört würden. „Ein gerechtes Bildungsangebot zeichnet sich dadurch aus, dass unsere Kinder so lange wie möglich gemeinsam lernen können.“, so Behrens. Für ihn steht fest, dass auch die derzeitige Landesregierung mit ihrer Blockadehaltung auf verlorenem Posten argumentiert. „Nach dem 9. Mai werden die schulpolitischen Karten in jedem Fall neu gemischt.“

Roland Schiefelbein, selbst Leiter einer Gesamtschule in Nettetal, stellte den landesweiten Anmeldeboom gerade an den gymnasialen Oberstufen der Gesamtschulen heraus. Weil immer wieder versucht würde, Neugründungen zu verhindern, müssten viele Schülerinnen und Schüler - wie auch in Neuss - mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe abgelehnt werden. Eltern seien gezwungen, ihr Grundrecht auf freie Schulwahl durch den Klageweg zu erzwingen.

„Wir werden uns von niemandem in eine plumpe und ideologisch gesteuerte Gesamtschuldebatte drängen lassen. Wir erkennen schlicht und einfach den überdeutlichen Elternwillen an. 236 Ablehnungen bei 468 Anmeldungen sprechen eine deutliche Sprache. An diesem Verhältnis hat sich seit Jahren nichts geändert“, erklären Reiner Breuer und Gisela Hohlmann.

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