Neuss, 14. April 2010
 |  | | Hartmut Rohmer, Vorsitzender des Kulturausschusses: "Verwaltung soll den Nachlass des früheren Archivdirektors Lange für das Stadtarchiv sichern."
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|  |  | Neuss. Nach Auffassung der beiden SPD-Kommunalpolitiker Hartmut Rohmer, Vorsitzender des städtischen Kulturausschusses, und Michael Hohlmann greift der NGZ-Artikel über den Lange-Nachlass vom 12. April seriös Gerüchte auf, die schon seit längerem durch Neuss schwirren. Sie befürchten, dass noch weit größere Verluste wertvoller „Novesiana“ drohen, als bisher veröffentlicht.
So werden nach ihren Erkenntnissen wertvolle Einzelstücke aus dem Nachlass des früheren Stadtarchivdirektors nicht nur auf Trödelmärkten, sondern seit Wochen auch im Internet angeboten. Rohmer: „Wir konnten dokumentieren, dass über ein bekanntes elektronisches Versteigerungsportal z.B. eine Reihe von originalen gläsernen Negativen mit verschiedenen Motiven aus dem Neusser Leben - „Schützenfest“ von 1893 oder „Zeppelin über Neuss“ um 1900 – abgeboten wurde.“ Michael Hohlmann ergänzt: „Aus der Sammlung Lange wurde auch ein gut erhaltener 2,90 Meter langer Giebelbalken aus massiver Eiche, der aus einem Neusser Haus von 1597 stammen soll, offeriert. Dieser Giebelbalken mit der Schnitzerei „Wer Gott vertraut, hat gut gebaut“, wäre dann noch älter als das 1972 abgebrochene Haus „Zum bunten Ochsen“ von 1603, aus dem Josef Lange damals noch Reste für das Stadtarchiv gesichert hat.“
Die bisher bekannten Vorgänge lediglich als „bedauerliche Umwege“ oder „Irrläufer“ zu bezeichnen, halten beide Politiker für völlig unangemessen. Denn Ziel aller Verantwortlichen in der Stadt müsse es sein, alle stadtgeschichtlichen Unterlagen und Objekte aus dem Nachlass Lange für die Stadt und das Stadtarchiv zu sichern. Michael Hohlmann fordert von der Verwaltung, unverzüglich alle erforderlichen Schritte einzuleiten, um das Ausmaß der bisherigen Verluste zu erfassen. „Außerdem sollte eine kleine Gruppe unabhängiger Historiker beauftragt werden, auf dem freien Markt befindliche Stücke aus der Sammlung Lange aufzuspüren. Zumindest wertvolle Einzelstücke müssen von der Stadt zurückgekauft werden. Dazu muss Geld in die Hand genommen werden.“
Rohmer wird wegen der Dringlichkeit den Kulturausschuss zu einer Sondersitzung einberufen: „Hier wird die Verwaltung rückhaltlos darüber Aufklärung geben müssen, welche Maßnahmen sie in der Vergangenheit getroffen hat, um den stadtgeschichtlichen Nachlass des früheren Archivdirektors für das Stadtarchiv zu sichern und was sie veranlassen wird, offensichtlich auf dem freien Markt gehandelte Einzelstücke von stadtgeschichtlicher Relevanz für die Stadt zurückzuerwerben.“
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