Neuss, 05. Mai 2010
 |  | | SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Breuer hat Spaß an der schnellen Probefahrt im Tesla-Roadster
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|  |  | Neuss. Während der Gipfel für Elektromobilität bei Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Größen der Auto- und Energiebranche Anfang der Woche auf Berliner Bühne für viele enttäuschend und substanzlos blieb, treibt die SPD-Fraktion das Thema vor Ort kräftig voran und führte hierzu in einem Energiedialog Gespräche mit Vertretern der RWE Netz AG in deren Regionalzentrum an der Collingstraße.
Nach der Sommerpause erwarten die Neusser Sozialdemokraten ein mit den Stadtwerken abgestimmtes Konzept zur Elektromobilität in Neuss, bei der auch RWE eine Rolle als Kooperationspartner der Stadtwerke zukommen könnte. Den Grundstein dafür hat der Stadtrat auf Antrag der SPD-Fraktion bereits im Februar mit dem Beschluss eines Konzeptes unter dem Titel „eMobil-City – Perspektiven der Elektromobilität für Neuss“ gelegt. „Nach der Sommerpause müssen nun konkrete Meilensteine gesetzt werden“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Breuer, der bei Dr. Heinz-Willi Mölders, Vorstand der RWE Netz AG, ein offenes Ohr für eine denkbare Kooperation im Bereich der Elektromobilität fand.
Für Michael Hohlmann, SPD-Mitglied im Stadtwerke–Aufsichtsrat steht ohnehin fest, dass „der Stadt Neuss und den Stadtwerken beim Ausbau der elektromobilen Infrastruktur vor Ort eine Schlüsselposition zukommt.“ Stadt Neuss und Stadtwerke sollen gemeinsam ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität jedoch ausschließlich auf Grundlage regenerativer Energien schnüren. SPD-Landtagsmitglied Dr. Fritz Behrens, der ebenfalls an dem Energiedialog teilnahm, kritisiert in diesem Zusammenhang die Aktivitäten von CDU und FDP zur Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken: „Wer weiter auf Atomkraft setzt, der sorgt für eine schlechte Ökobilanz bei der Elektromobilität, da Investitionen der Energieversorger in sauberen Strom damit unrentabel werden“, so Behrens.
Dr. Armin Gaul, bei RWE unter anderem zuständig für den Aufbau der Ladeinfrastruktur von Elektroautos, bestätigte, dass die Ladesäulen der RWE ausschließlich mit regenerativ erzeugtem Strom gespeist werden sollen und überraschte an der Collingstraße mit einem Hauch von Formel I: Ohne Benzingeruch und nahezu geräuschlos begaben sich die Neusser Sozialdemokraten in einen elektromobilen Praxistest auf Probefahrt im eigens bereitgestellten Tesla Roadster und konnten sich davon überzeugen, dass Elektrofahrzeuge alles andere als langsam sein können.
Nach Einschätzung der Neusser Sozialdemokraten wird der Anteil von Elektroautos an der gesamten Automobilproduktion in den nächsten fünf Jahren noch verhalten ausfallen. Ebenso lasse die Produktion leistungsstarker Akkus in Deutschland auf sich warten. SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Breuer ist dennoch überzeugt: „Es ist falsch zu abzuwarten. Elektromobilität muss hier bei uns vor Ort mit aller Kraft vorangetrieben werden. Die Voraussetzungen sind gerade bei uns in Neuss mit den Stadtwerken und ihrem neuen Partner sehr gut.“
Mit Dr. Heinz-Willi Mölders und Dr. Johannes Stürmer, Leiter des Neusser Regionalzentrums, kamen die Sozialdemokraten auch über die im vergangenen Jahr beschlossene Kooperation mit den Stadtwerken ins Gespräch. Fraktionsvorsitzender Reiner Breuer setzt darauf, dass „die Beteiligung von RWE an den Stadtwerken nicht nur zum Erhalt, sondern auch zur nachhaltigen Sicherung von derzeit rund 400 Arbeitsplätzen im Regionalzentrum Neuss beiträgt.“
Dokumente: Elektromobilität in der Stadt Neuss - Antrag zur Ratssitzung v. 05.02.10
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