Neuss, 25. Mai 2010 |
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Neuss. Kurz bevor in Südafrika zum ersten Anstoß gepfiffen wird, ist die Freude am Fußball für viele Sportbegeisterte in der Neusser Nordstadt bereits beendet. Das DFB-Minispielfeld an der Herbert-Karrenberg-Schule in der Nordstadt darf nur noch während des normalen Schulbetriebes bis nachmittags 16 Uhr bespielt werden. Nachdem ein Anwohner gegen die Lärmbelästigungen vor dem Verwaltungsgericht geklagt hatte, steht der Platz der Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung, und auch am Wochenende darf dort kein Ball rollen. So lautet eine Mitteilung der Verwaltung zur Sitzung des Schulausschusses am 26. Mai.
Allein mit ihrer Mehrheit setzte die CDU im Oktober 2007 einen Antrag ihres Stadtverordneten Andreas Hamacher zur Errichtung eines DFB-Minispielfeldes an der Herbert-Karrenberg-Schule durch. Die Herrichtung des Geländes, zu dem unter anderem ein Kunstrasenfeld gehört, kostete die Stadt satte 52.000 Euro. Hinzu kommen jährliche Folgekosten für den Unterhalt. Schon kurz nach der Einweihung des Spielfeldes gab es immer wieder Beschwerden der Anwohner über Lärmbelästigungen und eine zunehmende Verschmutzung des Geländes.
SPD-Stadtverordneter Arno Jansen ist empört über das „teure Eigentor, das die beratungsresistente CDU-Fraktion damals ihrem jungen und fußballerisch nur unterdurchschnittlich begabten Stadtverordneten Hamacher durchgehen ließ.“ Von Anfang an sei erkennbar gewesen, dass es auf dem Gelände wegen der nahen Wohnbebauung zu Konflikten kommen würde. Gisela Hohlmann und Hannelore Staps, Schul- und Jugendpolitikerinnen der SPD-Fraktion, kritisieren, dass der Fußballgelände jetzt trotz der hohen Kosten nicht mehr der Allgemeinheit zur Verfügung steht. „Das ist umso ärgerlicher, weil die CDU auf der anderen Seite immer wieder unsere Anträge zur Erhöhung der Finanzmittel für den Ausbau von Kinderspiel- und Bolzplätzen, die ohne solche Einschränkungen genutzt werden können, ablehnt.“ Die SPD-Politiker rufen die Christdemokraten dazu auf, Schluss zu machen mit solch sinnlosen und nicht durchdachten Effekthaschereien und jetzt endlich engagiert „mitzuspielen bei der dringend notwendigen Sanierung und dem Neubau von Kinderspielplätzen in unserer Stadt.“ Das fänden sicher auch die Neusser Steuerzahler „weltmeisterlich“.
Dokumente: DFB-Minispielfeld. Beschlüsse, Anfrage, Diskussion in den Ratsgremien
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