Sozialdemokrat Holger Lachmann zum neuen Beigeordneten gewählt, Stadtbad bleibt erhalten und wird saniert, Südbad bekommt Badesee, SPD-Antrag für Gewerbeflächen trifft auf viel Zustimmung, Bürger werden bei der Entwicklung des Whitesell-Geländes schon früh beteiligt.

Zum 22. Mal seit der Kommunalwahl hat der Neusser Stadtrat am vergangenen Freitag getagt. Und mit den 37 Tagesordnungspunkten waren wieder einige wichtige Entscheidungen verbunden. Aus sozialdemokratischer Sicht sehr erfreulich: Der Rat der Stadt Neuss hat mit breiter Mehrheit Holger Lachmann zum neuen Beigeordneten gewählt und ist damit dem Vorschlag der SPD gefolgt. Der 37-Jährige ist somit ab dem 1. Juli 2017 für die Dezernate Ordnung, Recht und Feuerwehr zuständig. Neben dem obligatorischen Blumenstrauss konnten wir einen ausgemusterten Helm der Neusser Feuerwehr mit den Glückwünschen aller Neusser SPD-Stadtverordneter als Geschenk überreichen.

Neben der Personalentscheidung standen aber auch inhaltlich wegweisende Beschlüsse an. Etwa das Konzept zur Bäderlandschaft, das Bürgermeister Reiner Breuer kürzlich vorgestellt hat. Auch dem stimmte eine breite Mehrheit zu. Somit steht fest: Das Stadtbad bleibt erhalten und wird umfangreich saniert. Darüber hinaus wird es auch im Südpark Sanierungsmaßnahmen an Freibadbecken, Umkleiden und Dach geben. Und als besonderes Schmankerl soll das Freibadgelände zum Reuschenberger See hin erweitert werden.

Auf viel Zustimmung gestoßen ist der SPD-Antrag “ Flächen zur Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Neuss schaffen“. Er wurde zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse verwiesen. Die anderen Fraktionen stimmten der SPD-Analyse zu, dass es dringend weitere Gewerbeflächen brauche, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt kontinuierlich zu verbessern.

Außerdem informierte Bürgermeister Reiner Breuer über die Zukunft des derzeit brach liegenden Geländes der ehemaligen Schraubenfabrik „Bauer & Schaurte“. Hier soll ein städtebaulicher Ideenwettbewerb Konzepte zur weiteren Nutzung entwickeln. In die Planung soll vor allem die Bevölkerung stark mit einbezogen werden. Das Neusser Traditionsunternehmen „Bauer & Schaurte“ ist vom US-Konzern Whitesell heruntergewirtschaftet worden. Seitdem ist das rund fünf Hektar große Grundstück am Hauptbahnhof ungenutzt. Der SPD-Stadtverordnete Heinrich Thiel plädierte dafür, nicht länger von „Whitesell-Gelände“ zu sprechen, damit der US-Konzern keine Erwähnung mehr findet. „Das Unternehmen ist wie eine Heuschrecke durch Neuss gezogen“, sagte Thiel.
Bildquellen: Stadt Neuss (Rathaus) und SPD Neuss (Holger Lachmann + Gratulanten)