Die Neusser SPD-Ratsfraktion hat turnusgemäß zu Hälfte der Legislaturperiode den Vorstand neu gewählt. Als Vorsitzender wurde Arno Jansen einstimmig wiedergewählt. Der 43-jährige Jurist führt die SPD-Fraktion seit der letzten Kommunalwahl.

Auch die beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Sascha Karbowiak (29) und Claudia Föhr (51) wurden einstimmig bestätigt. Neu im Fraktionsvorstand ist Marc Vanderfuhr. Der 30-Jährige wird als Kassierer zukünftig für die Finanzen der Fraktion zuständig sein. Dieses Amt war frei geworden, da der bisherige Fraktionskassierer Hartmut Rohmer – wie bereits 2014 angekündigt – Ende August sein Ratsmandat niedergelegt hatte. Neue Beisitzerin im Fraktionsvorstand ist Constanze Kriete (40). Sie folgt auf die ebenfalls aus dem Stadtrat ausgeschiedene Sarah Bührt.

Ein junges Team, das mitten im Leben steht

„Unser Fraktionsvorstand steht sinnbildlich für den Zustand der Neusser SPD“, sagt der Fraktionsvorsitzende Arno Jansen, „Wir haben ein junges Team, das mitten im Leben steht.“ Dazu passen auch die Veränderungen bei den sachkundigen Bürgern. Mit kleineren Umbesetzungen in den Ausschüssen versucht die SPD junge Talente zu fördern, die bei Kommunalwahl 2020 einen Wahlkreis übernehmen könnten.

Der neue Fraktionsvorstand: Constanze Kriete, Sascha Karbowiak, Arno Jansen, Marc Vanderfuhr und Claudia Föhr.

Auch der Mandatsverzicht von Hartmut Rohmer bedeutet eine Beförderung für eine junges SPD-Fraktionsmitglied. Michael Ziege wird den Vorsitz im Kulturausschuss von Rohmer übernehmen. Ziege ist als Stadtverordneter und stellvertretender Parteivorsitzender bereits ein bekanntes Gesicht der Partei. „Die Kultur wird auch weiterhin ein Steckenpferd der SPD bleiben. Michael Ziege ist zwar ein junger Politiker, aber er ist dennoch bereits über alle Parteigrenzen ein geschätzter Ansprechpartner“, sagt Arno Jansen.

Halbzeitbilanz: SPD ist die aktivste Fraktion

Neben der Neuwahl des Vorstandes und der notwendigen Umbesetzungen nutzte die Fraktion ihre Sitzung auch, um eine Halbzeitbilanz zu ziehen: „Wir haben den Neusserinnen und Neussern versprochen, die Stadt sozial und gerecht zu machen“, sagt Jansen, „Und dafür haben wir uns sichtlich reingehängt. Die SPD ist die aktivste Fraktion. In den 26 Ratssitzungen seit der Wahl 2014 haben wir 52 Anträge gestellt – mehr als jede andere Fraktion.“ Als klare Erfolge der SPD nennt Jansen unter anderem die Einführung eines Kita-Tickets, mehr Personal in der Grünpflege sowie dem Kommunalen Service und Ordnungsdienst (KSOD), den Bau einer Grundschule in Allerheiligen, die Senkung der Gaspreise und das Neuss nun Modellkommune für „kein Kind zurücklassen“ ist.

„Uns bleibt aber noch viel zu tun“, sagt Jansen. Etwa mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: „Bis zum Jahr 2020 wollen wir mindestens 1000 neue bezahlbare Wohnungen.“ Auch die wirtschaftliche Entwicklung von Neuss nimmt die SPD in den Blick. „Wir brauchen weitere Gewerbeflächen, damit Neusser Unternehmen expandieren und in neue Arbeitsplätze investieren können“, sagt Jansen. Bei der Entwicklung der Rennbahn, dem Alexianer-Gelände und dem Bauer & Schaurte-Areal will Jansen städtebauliche Akzente setzen.