Der Wasserspielplatz am Jröne Meerke bleibt leider bis auf Weiteres geschlossen. Gerade in der heißen Sommerzeit ist das größte Naherholungsgebiet in der Nordstadt somit nur eingeschränkt nutzbar. Verantwortlich dafür ist Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU), der die Sperrung in einer Ordnungsverfügung faktisch angeordnet hat. „Herr Petrauschke hat den Bogen deutlich überspannt“, kritisiert Felix Schulz, der für uns den Wahlkreis „Kaarster Brücke“ betreut.

Auflagen des Landrates kaum zu erfüllen

Der Landrat hat allen Ernstes verlangt, die Stadt Neuss müsse rund um die Uhr sicherstellen, dass die Schneegänse nicht an das Wasser des Spielplatzes herankommen können. „Was Herr Petrauschke vielleicht nicht weiß: Gänse sind Vögel und Vögel können fliegen“, sagt Felix Schulz verärgert. Außerdem fordert der Landrat, dass der Wasserspielplatz mindestens einmal pro Tag gereinigt wird. Kurz: Die Auflagen des Landrates sind durch die Stadt Neuss nicht zu erfüllen.  Wir hätten erwartet, dass Herr Petrauschke zunächst einmal das Gespräch mit der Stadt Neuss sucht und gemeinsam mit der Verwaltung an Lösungsvorschlägen arbeitet.

Auch im Landtag muss die CDU liefern

Auch der CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Geerlings ist jetzt in der Pflicht. Nach aktuell geltendem Landes-Recht kann die Stadt Schneegänse nicht einfach abschießen oder versetzen. „Die von Herrn Geerlings medial bereits hochgelobte Änderung des entsprechenden Gesetzes ist bis heute noch nicht einmal im Landtag als Gesetzentwurf angekommen, geschweige denn beraten und in Kraft getreten“, kritisiert unser Vorsitzender Sascha Karbowiak. Er fordert Geerlings auf, hier nach seinen „vollmundigen Versprechungen“ endlich konkrete Taten folgen zu lassen.

Notfalls auf Abflug der Gänse warten

Sollten weder der CDU-Landrat seine Ordnungsverfügung überdenken, noch die CDU/FDP-Landesregierung die angekündigten gesetzlichen Änderungen umsetzen, bleibt nach unserer Einschätzung vorerst nur eine Hoffnung für den Wasserspielplatz: Dass die Schneegänse gegen Mitte August wieder „abfliegen“. Dann könnte der Wasserspielplatz zumindest vorübergehend wieder freigeben werden. Im Winter könnte die Stadt dann weitere Maßnahmen prüfen und den zuständigen Fachausschüssen vorlegen.

 

Foto: Stadt Neuss