Das Alexianer-Quartier beginnt mit einem Abriss. Kürzlich wurde die Gebäudefront an der Ecke des Alexianerplatzes zum Berghäuschensweg dem Erdboden gleich gemacht. So wird Platz geschaffen für ein neues Zuhause für rund 1000 Menschen. Auf dem über 14 Hektar großen Gelände dahinter entsteht nämlich ein Wohnquartier. Mehr als 500 Wohneinheiten sind geplant.

Entsteht hier bezahlbarer Wohnraum?

In diesem Areal entsteht das neue Alexianer-Quartier.

Ja. Darauf haben wir viel Wert gelegt. Denn Neuss wächst und braucht mindestens 1.000 neue Wohnungen. Der Bauverein entwickelt das gesamte Alexianer-Quartier und investiert dafür über 175 Millionen Euro. Dabei soll ein bunter Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern mit rund 130 öffentlich geförderten, also bezahlbaren Wohnungen entstehen. Neben solchen Mietwohnungen wird es aber auch Reihen- und Doppelhäuser geben, die preisgedämpft gebaut werden. Soll heißen: Das können sich auch Mittelstands-Familien leisten. Für die wird es ansonsten angesichts steigender Kosten immer schwerer, ein Eigenheim zu finden.

Wie wird sowas geplant?

Planungsdezernent Christoph Hölters hat das Alexianer-Quartier als architektonisches Feuerwerk bezeichnet. Dafür wurde für gleich fünf Baufelder (A1, A2, C2, G3 und H1) ein gleichzeitiges Wettbewerbsverfahren gestartet und abgeschlossen. Das ist ungewöhnlich viel. Architektenbüros konnten dafür Pläne entwerfen. Ein Preisgericht hat daraus die besten Entwürfe ausgesucht. Wichtigste Kriterien waren eine gestalterisch hochwertige, raumprägende Architektur und der Aspekt des kostengünstigen Bauens.

Wie wird das Quartier aussehen?

Die Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens hat Bürgermeister Reiner Breuer am 1. August 2018 im Rathaus vorgestellt. „Ich bin sicher, dass hier ein neues lebendiges Quartier entsteht“, sagt er. Durchgesetzt haben sich folgende Entwürfe.

 

Für das Baufeld A1 wird der Entwurf von „HBMB Architekten“ mit der Errichtung von rund 50 preisgedämpften Eigentumswohnungen weiterverfolgt.

 

Im Baufeld A2 hat das Architekturbrüo Molestina mit der Planung für 27 Eigentumswohnungen durchgesetzt.

  

Im Baufeld C2 konnte „konrath und wennemar“ mit 57 öffentlich geförderten Wohnungen sowie einer Kita überzeugen.

 

In Baufeld G3 soll der Entwurf des Büros „Lorber Paul Architekten“ mit rund 20 preisgedämpften Eigentumswohnungen umgesetzt werden.

Im Baufeld H1 stammt der Sieger-Entwurf von „döll Architekten“ mit 40 preisgedämpften Einfamilienreihen- und Doppelhäusern.

Hinzu kommen rund 320 Wohneinheiten in bereits geplanten Gebäuden des Bauvereins. Die Entwürfe waren bis zum 9. August im Rathaus ausgestellt.

Also wird das Kloster abgerissen?

Nein, keine Sorge: Das Kloster, das ehemalige Krankenhausgebäude und die alte Wäscherei bleiben bestehen und werden saniert. Dort entsteht ein Gesundheitszentrum mit Ärzten, seniorengerechtes Wohnen und ein Nachbarschaftszentrum. Der Kloster-Park bleibt ebenfalls erhalten. Dadurch wird das Alexianer-Quartier eine sehr grüne Wohngegend sein.

Wie geht die Planung nun weiter?

Derzeit arbeitet die Verwaltung an einem Straßenplan, der dem Verkehr später gerecht wird und neue Mobilitätsformen berücksichtigt. So wird der Berghäuschensweg um eine Fahrspur erweitert. Außerdem bleibt am Alexianerplatz genug Fläche für eine Verlegung der Straßenbahn durch das Hammfeld. Sobald die Planungen fertig sind, sollen die Bürger in einer Informationsveranstaltung beteiligt werden. Dann stehen die Offenlage der Pläne und der Beschluss durch den Stadtrat an. Das alles soll Anfang 2019 stattfinden. Derweil wird der Bauverein vielleicht noch Ende 2018 an der Norkanalallee und Anfang 2019 am Leuchtenberg-Areal mit dem Bau von überwiegend bezahlbaren Wohnungen beginnen.

 

Fotos: Stadt Neuss