Liane Knoch ist seit kurzem auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Reuschenbergerin weiß daher aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer ganz leicht ist, sich mit dem Rollstuhl durch die Straßen zu bewegen. Insbesondere viele Straßen aus dem Altbestand bereiten der Rollstuhlfahrerin Probleme. Gerade Reuschenberg ist leider vor allem durch solche Straßen erschlossen. Nicht nur für Rollstuhlfahrerinnen ist das ein Problem. Auch ältere Menschen mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen haben es manchmal schwer.

 

Rollstuhltour mit dem Bürgermeister

Anlass genug also, um bei einer Rollstuhltour durch Reuschenberg, die alltäglichen Probleme unter die Lupe zu nehmen. Eingeladen dazu hatte Nicole Jockisch von unserem SPD-Ortsverein Neuss Südwest. Die Mitgliederbeauftragte hatte auch Reiner Breuer dazugeholt. Der Bürgermeister hat sich gerne die Zeit genommen hat, um die Belange der Rollstuhlfahrer selbst in Anschein zu nehmen.

Treffpunkt der Tour war an der „Elisabeth Stube“ auf der Asternstraße. Von da aus übernahm Liane Knoch die Streckenführung über die Tulpen-, Azalien- und Rosenstraße, durch  den Südpark bis hin zur Bezirkssportanlage.

„Eine Fahrt im Rollstuhl ist leider auf einigen Straßen in Reuschenberg nicht ganz einfach“, erzählte Liane Knoch.

Sie schilderte ihre Situation auch gegenüber dem Bürgermeister. Hohe Bordsteinkanten stellen beispielsweise ein Problem dar. Auch gibt es oft zu schmale Bürgersteige oder stehen Hindernisse im Weg.

„Wenn ich morgens meine beiden Enkel zur Albert-Schweizer-Schule begleite, dann ist dies oft Millimeterarbeit. Ich habe früher nie darüber nachgedacht. Jetzt merke ich, wie schwierig es ist und wollte das kundtun.“, sagt Liane Knoch

 

Kurzfristige Lösungen sind schwer

Alles kurzfristig barrierefrei auszubauen ist allerdings schwer oder sogar gar nicht möglich. Mancherorts fehlt dazu schlichtweg der Platz. In Reuschenberg kommt noch die besondere Situation hinzu, dass es in dem Stadtteil auch Steigungen und Gefälle gibt.

„Wir können nicht von jetzt auf gleich alles abreißen und die Straßen in Reuschenberg rollstuhlgerecht ausstatten. Bei anstehenden Sanierungen und dem Bau von Neuanlagen, wird die Barrierefreiheit aber verstärkt beachtet“, so Bürgermeister Reiner Breuer

Dennoch kamen während der Tour einige Lösungsvorschläge zusammen, deren Umsetzung Bürgermeister Breuer gerne angehen wird. Dies betrifft bspw. die Ausschilderung von Spielstraßen vor der Schule und von Behindertenparkplätzen vor dem Sportzentrum.

 

Barrierefreie Beratungsstelle

Zukünftig soll es zudem eine barrierefreie Beratungsstelle geben, in der Berater aus diversen Ämtern sitzen. Dies soll den „beschwerlichen Weg“ von Amt zu Amt erleichtern.