Bei unseren Dialogveranstaltungen in den Stadtteilen haben sich viele Neusserinnen und Neusser besorgt gezeigt über die enorme Zunahme des Autoverkehrs vor den städtischen Schulen und Kindergärten. Durch „ungeordnetes Parken“ der sogenannten „Eltern-Taxis“ kommt es nach Aussage der Anwohnerinnen und Anwohner immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen.

 

Seit 30 Jahren kein tödlicher Unfall

Der Schulausschuss hat Ende September ausführlich über das Thema diskutiert. Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrsangelegenheiten war dafür als Referent eingeladen. Er konnte davon berichten, dass die Zahl der Unfälle auf dem Schulweg relativ gering ist. Zwölf Schulweg-Unfälle habe es im Jahr 2018 gegeben. Einen tödlichen Unfall glücklicherweise seit 30 Jahren nicht mehr. Damit das auch so bleibt, soll die Verwaltung an einem Konzept zur Schulwegsicherheit arbeiten. „Darüber soll zukünftig im Stadtrat regelmäßig berichtet und gearbeitet werden“, erklärt unsere Stadtverordnete Gisela Hohlmann, die auch Vorsitzende des Schulausschusses ist.

 

Ein großes Problem: Elterntaxis

Besonders eindringlich hat Norbert Jurczyk über Probleme mit „Eltern-Taxis“ berichtet. An einigen Schulen machen die „Eltern-Taxis“ bereits rund 60 Prozent des Verkehrs aus. Dort kommt es zu einem Teufelskreis: Eltern fahren ihr Kind mit dem Auto zur Schule, damit Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zu Schule fahren, es nicht anfahren. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Schließlich ist es für die motorische und soziale Entwicklung der Kinder ohnehin besser, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen.

 

„Kiss-and-Go-Zonen“ sollen helfen

„In immer mehr Städten und Gemeinden werden aus diesem Grund dezentrale Ausstiegsstellen vor den Grundschulen und Kindergärten eingerichtet“, erklärt Juliana Conti. Als SPD-Wahlkreisbetreuerin für das Dreikönigenviertel ist sie in jüngster Zeit von vielen Anwohnern ihres Wahlkreises um Unterstützung gebeten worden. Gemeinsam mit Gisela Hohlmann hat sie aus diesem Grund einen Antrag in den Schulausschuss eingebracht. Durch die Einrichtung sogenannten „Kiss-and-Go“-Zonen soll das wilde Parken in zweiter Reihe oder auf dem Rad- und Gehweg durch Eltern-Taxis zukünftig unterbunden werden. Nach dem einstimmigen Beschluss im Schulausschuss wird die Verwaltung jetzt prüfen, an welchen Schulen und Kindergärten im Neusser Stadtgebiet durch zusätzliche „Kiss-and-Go-Zonen Verbesserungen erreicht werden können.