Mit den ersten treibenden Klängen von Andreas Bourani stößt Reiner Breuer den Vorhang auf. Unter rhythmischen Beifall schreitet er in Richtung Bühne, kommt dabei an vielen der über 200 Besucherinnen und Besucher vorbei, schüttelt Hände. Die Gäste halten Schilder hoch. „Wir für Reiner!“ oder „Neuss bewegen“ steht da. Als Reiner Breuer auf der Bühne angekommen ist, ruft er überwältigt: „Wow, was für ein Empfang hier im Gare du Neuss!“

Es ist der politischer Aschermittwoch 2020 – ein Abend, an den wir uns noch lange gerne erinnern werden und an dessen Ende unsere Mitglieder Reiner Breuer mit 99,1 Prozent für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister ins Rennen schicken.

Einmarsch zu Andreas Bourani.

Das gab es so noch nicht in Neuss

Bewusst haben wir unsere Mitgliederversammlung ganz auf die Bürgermeisterwahl ausgerichtet. Wir wollten eine so in Neuss noch nicht dagewesene, moderne Veranstaltung organisieren. Mit Ulla Dahmen sollte daher eine Journalistin unterhaltsam und locker durch den Abend führen.

Neben unseren Mitgliedern waren zum ersten Mal auch Vertreter aus der Neusser Stadtgesellschaft eingeladen. Das Gare du Neuss haben wir bewusst ausgewählt, da es wie keine andere Location für eine Mischung steht, die auch Neuss ausmacht: Alte Tradition, die aber im Herzen voll auf der Höhe der Zeit ist.

„Bester Bürgermeister trotz Grenadier und Gladbach“

Als die Veranstaltung startet, ist Reiner Breuer noch gar nicht im Saal. Zunächst erledigt unser Vorsitzender Sascha Karbowiak die im Wahlgesetz vorgeschriebenen Formalitäten, dann hält unser Fraktionsvorsitzender Arno Jansen eine Laudatio auf Reiner Breuer. „Es hat bisher keinen Bürgermeister in Neuss gegeben, der so häufig und intensiv im direkten Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern ist“, sagt Arno Jansen.

Kündigt den Bürgermeister an: Fraktionsvorsitzender Arno Jansen.

Nur zwei „dunkle Schatten“ könne er nicht verschweigen, flachst der Jäger und Fortuna-Fan Jansen: „Reiner ist Grenadier und von Kindesbeinen an Fan von Borussia Mönchengladbach.“ Darüber gelte es in rheinischer Toleranz hinwegzusehen, denn: „Reiner hat dieser Stadt gutgetan! Er hat im Rathaus die Fenster aufgerissen! Er hat dafür gesorgt, dass sich Neuss in Richtung Zukunft entwickelt. Modern, sozial und bürgernah! So wie er es vor seiner Wahl versprochen hat“, ruft Jansen.

„Ein Hoch auf das, was vor uns liegt,
dass es das Beste für uns gibt.“

Dann der große Auftritt von Reiner Breuer. Zu Andreas Bouranis „Auf uns“ kommt er auf die Bühne. Der Refrain gelte so auch für Neuss, sagt der Bürgermeister: „Eine großartige Stadt, die schon viel erreicht aber noch viel mehr vorhat.“

Engagierter „Rundumschlag“ – Die Rede des Bürgermeisters

Wo genau die Stärken liegen und wo noch was zu tun ist, erklärt er dann ausführlich in seiner Bewerbungsrede. „Ein Rundumschlag“, wie er zugibt. Er stellt heraus, was er als Bürgermeister erreicht hat. Beispielsweise die Abschaffung der Kita-Gebühren, die zusätzlichen Mitarbeiter in der Grünpflege oder den Bau von neuen bezahlbaren Wohnungen („Die Bagger können wir sehen“).

Genau so beschreibt er, was Neuss liebens- und lebenswert macht: Der Rhein als emotionaler Bezugspunkt, das gelebte Brauchtum, die Mischung aus Großstadt und erkennbaren Stadtteilen. Dazu die wirtschaftliche Stärke mit der Rekordzahl von 72.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in 5.000 Betrieben. Das will Breuer erhalten.

Reiner Breuers Vision für die Zukunft der Stadt

Kernpunkt der Rede ist jedoch, welche Vision er für die Entwicklung der Stadt hat. Die Stadt soll überschaubar bleiben. Er strebe kein übermäßiges Wachstum der Einwohnerzahl an. Bus und Bahn wolle er ausbauen und günstiger machen, die Stadtplanung wieder mehr an Menschen statt an Autos orientieren. Den Eltern in Neuss will er einen Kindergartenplatz ab dem 1. Jahr garantieren können. Reiner Breuer verspricht, den Klimawandel entschlossen anzugehen. Das sei möglich, ohne dass jeder „wie ein Alm-Öhi“ leben müsse.

Die umfassendste Entwicklung sieht Breuer für das Gebiet zwischen Rhein, Rennbahnpark, Wendersplatz und Hafen: Eine Brücke an der Ölgangsinsel soll ermöglichen, dass mehr Verkehr über die Schiene abgewickelt werden kann. Die U75 könne am Hafen entlang der Batteriestraße in Richtung Stadthalle verlängert werden. Der Wendersplatz solle zum „Heimathafen“ werden. Dort könnte ein belebter Platzbereich und ein modernes Gebäude für Bürgerdienste, Kultur und Bildung entstehen. Den Rennbahnpark hingegen will Breuer als grüne Lunge erhalten. Das Gelände wolle er nicht bebauen, aber als „Bürgerpark“ noch grüner machen und zusätzliche Freizeit-Möglichkeiten schaffen.

„Lasst uns mutig vorangehen und die Zukunft unserer Heimatstadt gestalten!“

Breuer schließt mit seinem Appell: „Ich bin bereit für eine zweite Amtszeit. Lasst uns mutig vorangehen und die Zukunft unserer Heimatstadt gestalten!“ Die Stimmung unter SPD-Mitglieder und Gästen ist eindeutig: Minutenlanger Beifall, wieder werden die Schilder hochgehalten. Dann die Abstimmung: Eine Enthaltung – mit 99,1 Prozent eindeutig gewählt.