Seit vielen Jahren wird in der Neusser Politik über eine Erweiterung des Gewerbegebietes in Derikum diskutiert. Der Stadtrat hat jetzt entschieden, dass das bestehende Gewerbegebiet nicht erweitert werden soll.

„Uns war es immer wichtig, dass mögliche neue Gewerbeflächen gerecht im gesamten Stadtgebiet verteilt werden müssen“, erklären Marcel-René Hoffmann und Susanne Graefe-Henne, unsere Stadtratskandidaten für Derikum und Norf. Im jetzt diskutierten Entwurf des Flächennutzungsplanes waren allerdings neue Gewerbegebiete in Derikum, Uedesheim und ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Stadt Dormagen vorgesehen. Das hätte aus unserer Sicht insbesondere den Neusser Süden belastet.

Auslöser: Unser Antrag im Bezirksausschuss

Daher haben wir im Bezirksausschusses Norf beantragt, im Flächennutzungsplan auf die Erweiterung des Gewerbegebiets Derikum zu verzichten. „Kurioserweise haben auch die Mitglieder der CDU unserem Antrag im Bezirksausschuss Norf zugestimmt“, erklärt Marcel-René Hoffmann.

Und das obwohl sich der CDU-Bürgermeisterkandidat und weite Teile der CDU-Fraktion vorher sehr deutlich für das Gewerbegebiet ausgesprochen und den Antrag der SPD scharf kritisiert haben. Auch als ihm die eigene Partei im Bezirksausschuss die Gefolgschaft versagt hat, wollte der CDU-Bürgermeisterkandidat weiter an dem Gewerbegebiet in Derikum festhalten.

Stadtrat folgt mehrheitlich SPD-Forderung

In der Sitzung des Stadtrates folgte dann die finale Entscheidung über das neue Gewerbegebiet. Die Mehrheit der CDU hat sich in der Ratssitzung leider immer noch für das neue Gewerbegebiet ausgesprochen. Da alle 20 SPD-Mitglieder geschlossen gegen das neue Gewerbegebiet gestimmt haben und von den Grünen, der UWG, den Linken und mindestens fünf Abweichlern aus den Reihen der CDU unterstützt wurden, konnte die Erweiterung des Gewerbegebietes mit 38 zu 30 Stimmen ein für alle Mal verhindert werden. „Eine gute Entscheidung für den Neusser Süden“, freut sich Susanne Graefe-Henne.

Kompensationsflächen in den Blick nehmen

Selbstverständlich behalten wir die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt im Blick. Durch einen klugen Vermittlungsvorschlag des Bürgermeisters werden nun weitere Gewerbeflächen im Stadtgebiet geprüft. „Wir befürworten kleinere, neue Gewerbeflächen“, erklärt unser Fraktionsvorsitzender Arno Jansen. So wäre es denkbar, die Fläche des „illegalen“ Schrottplatzes im Bereich der Morgensternsheide als Gewerbefläche auszuweisen – eventuell ergänzt um ein interkommunales Gewerbegebiet mit der Stadt Kaarst.

Dem Bürgermeister ist es ebenfalls zu verdanken, dass der Automobilzulieferer Pierburg seine Standorte in Neuss bündelt und am Derendorfweg ein Zentrum für Forschung und Entwicklung mit 1.100 Arbeitsplätzen errichtet. Damit wird dann auch die Möglichkeit eröffnet, Teilflächen des bisherigen Standortes im Barbaraviertel gewerblich zu nutzen.