Derzeit gibt es viel Kritik an den Wettbewerbsverfahren zur zukünftigen Nutzung des ETEX-Geländes. Wir raten bei dem Thema zu etwas mehr Sachlichkeit. „Jedes Wettbewerbsergebnis ist bislang im weiteren Verfahren noch verändert worden“, sagt unser planungspolitischer Sprecher Peter Ott. Er erinnert in diesem Zusammenhang unter anderem an den mehrmals überarbeiteten Entwurf für das Alexianer-Areal.

Worum geht es beim ETEX-Gelände überhaupt?

So sieht es derzeit noch aus: Das ETEX-Gelände von oben.

Das ETEX-Gelände liegt zwischen der Kölner Straße und dem Berghäuschensweg. Es wird spätestens im März 2020 frei, wenn das dort ansässige Unternehmen Essertec seinen Produktionsstandort nach Grevenbroich verlagern wird. Im Stadtrat wurde beschlossen, dass auf dem Gelände zukünftig bezahlbare Wohnungen und ein neues Nahversorgungszentrum mit einem großen Lebensmittelmarkt entstehen soll. In einem sogenannten „städtebaulichen Wettbewerb“ konnten anschließend mehrere Architekten und Planungsbüros Entwürfe für die mögliche Nutzung des Geländes einreichen, eine Fachjury kürte anschließend einen Siegerentwurf.

„Für uns ist es allerdings wichtig, dass in dem Quartier ein funktionierendes Nahversorgungszentrum mit guten Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden kann“, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Hohlmann. Unsere Stadtverordnete für Gnadental setzt sich seit vielen Jahren für wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten ein. „Die Anwohner wünschen sich ein funktionierendes Zentrum“, sagt Hohlmann. Zumal weitere Nachbarn hinzukommen werden. „Im Bereich Leuchtenberg und Alexianer entstehen große neue Wohngebiete“, erinnert sie.

Siegerentwurf anpassen: Mehr Platz zum Einkaufen

Daher haben wir uns Stadtrat dafür eingesetzt, dass für einen Lebensmittelmarkt eine ausreichend große Fläche reserviert werden soll. Insgesamt wurde für Einkaufsmöglichkeiten eine Fläche von 15.500 Quadratmetern beschlossen. Im Siegerentwurf wurde die Fläche für das Nahversorgungszentrum mit dem Lebensmittelmarkt dann aber deutlich verkleinert. Und das obwohl viele Marktbetreiber darauf hingewiesen haben, dass auf einer so kleinen Fläche kein funktionierendes Nahversorgungszentrum geschaffen werden kann.

Um voranzukommen haben wir einen Antrag gestellt, der im Planungsausschuss am 26. September beraten wird. Wir wollen die Verwaltung beauftragen, den Siegerentwurf im Gespräch mit den Grundstückseigentümern so zu modifizieren, dass die Vorgaben des Rates eingehalten werden. „Wichtig ist uns, dass die vom Stadtrat beschlossenen Flächenvorgaben für das Nahversorgungszentrum eingehalten werden“, sagt Gisela Hohlmann. Um Druck auf alle Beteiligten aufzubauen, soll die damalige Flächenvorgabe von den Parteien nochmal bekräftigt werden.